Die Geschichte Mallorcas

Mallorca ist wohl jedem Deutschen ein Begriff, egal ob man jemals dort war oder nicht. Die Insel, die scherzhaft auch gerne als das „17. Bundesland“ Deutschlands bezeichnet wird, ist das beliebteste Ferienziel der Deutschen. Egal ob am Ballermann, in El Arenal oder im Landesinneren, die jährlich über drei Millionen nach Mallorca reisenden Deutschen sind noch vor den Briten (mit über 2 Millionen Touristen jährlich) die größte Touristengruppe auf der Baleareninsel. Grund genug für uns um einmal die bunte und abwechslungsreiche Geschichte der Insel etwas näher zu beleuchten, denn Mallorca hat auf jeden Fall mehr zu bieten als Sangria-Eimer und Jürgen Drews.

Von den Römern zu den Spaniern

Im Jahr 123 vor Christus wurde Mallorca von den Römern unter Konsul Quintus Metellus besetzt, der dafür später den Beinamen Balearicus erhielt. Nach der römischen Eroberung strömten immer mehr Einwanderer auf die Insel, vor allem aus dem römisch besetzten Hispania – dem heutigen Spanien. Die iberischen Ureinwohner vermischten sich immer mehr mit den römischen Besatzern, auch die lateinische Sprache wurde von den Römern übernommen. Insgesamt herrschten die Römer beinahe 600 Jahre über die Insel. Da Mallorca am Rande des Römischen Imperiums lag, war es auch in keine größeren Kriege oder Feldzüge verstrickt und dadurch erlebte Mallorca seine erste Blütezeit. Die Römer brachten verschiedenste Waren aus dem ganzen Imperium auf die Baleareninsel, egal ob es hochwertige Tuniken für den Strand – heute würden wir sagen Bademode von Top-Designern – waren oder Gewürze aus Indien.

Nachdem das Römische Reich im Jahre 395 in ein weströmisches und ein oströmisches Reich aufgeteilt worden war, fiel Mallorca an das Weströmische Reich. Als das Römische Reich immer mehr bröckelte und an seinem Ende angekommen war, war auch für die Balearen die Zeit des Friedens vorbei. Im Jahre 426 wurde Mallorca von den Vandalen besetzt und ausgeplündert. Als die Vandalen im Jahre 439 auch die römische Provinz Karthago besetzten, dehnten sie ihren Einfluss im gesamten Mittelmeerraum weiter aus. So wurde die Insel im Jahr 465 endgültig von den Vandalen eingenommen. Die Vandalen konnten sich bis 534 in Nordafrika und auf den Balearen behaupten, wurden dann aber schließlich vom oströmischen Reich – dem späteren Byzanz – vernichtet, wodurch die Insel an das oströmische Kaiserreich fiel.

Rund 200 Jahre blieb die Insel unter byzantinischer Herrschaft, bis Mallorca schließlich einen gewissen autonomen Status erreicht hatte. Ab dem Jahr 750 war das Fränkische Reich Schutzmacht Mallorcas, die Insel wurde auch des Öfteren von den Franken gegenüber arabischen Invasoren verteidigt, so zum Beispiel im Jahre 799. Nach mehreren Jahrzehnten relativen Friedens – ausgenommen kleinerer Scharmützel mit arabischen Truppen – wurde Mallorca im Jahre 859 erstmals von den Wikingern geplündert. Diese verließen die Insel aber nach ihrem Plünderungszug wieder. Im Jahr 902 wird Mallorca schließlich endgültig von arabischen Truppen eingenommen und bis ins 13. Jahrhundert hinein besetzt. Im Jahr 1229 wird die Insel schließlich wieder von spanischen Truppen befreit und als eigenständiges Königreich ins spanische Imperium eingegliedert.

Und heute?

Bis ins 18. Jahrhundert war Mallorca selbständiger Teil des spanischen Königreichs. Danach wurde es vom spanischen Festland aus verwaltet. General Franco, der jahrzehntelang faschistisch über Spanien herrschte, wollte die Insel komplett hispanisieren und verbot die katalanische Sprache. Nach dem Tod Francos im Jahr 1977 wurde Spanien eine demokratische Monarchie, im Jahr 1983 wurde Mallorca schließlich wieder eine autonome Region Spaniens. Seitdem ist auch die katalanische Sprache wieder erlaubt und katalanische Feiertage dürfen wieder zelebriert werden. So sind auch die Strassenschilder und andere wichtige Hinweisschilder sowohl auf Spanisch als auch in Katalanisch abgefasst.

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